Schachtraining – Feldbach

Randbauer (328-329)

Ein Spezialfall des Endspiels Läufer und Bauer gegen Springer sind Randbauern. Hier bieten sich für die Läuferpartei gute Chancen, den Bauern umzuwandeln. Die Manövrierfähigkeit des Springers spielt hier eine wichtige Rolle.

Awerbach: Dem Springer fällt es umso schwerer, den Bauern zu bekämpfen, je näher dieser dem Brettrand steht. Ein Turmbauer ist für den Springer am gefährlichsten.

Je weiter der Bauer vorgerückt ist, desto höher sind die Gewinnchancen.

Awerbach: Hat der Bauer die vorletzte Reihe erreicht, gibt es in der Regel keine Rettung mehr. Steht der Bauer noch auf der 6. Reihe, bieten sich der schwächeren Seite Remischancen.

Inhalt:

Verteidigungsmöglichkeiten

Für die schwächere Seite gibt es zwei grundlegende Verteidigungsmöglichkeiten: das Aufhalten des Bauern durch den Springer oder durch den König.

Aufhalten des Bauern durch den König

Die einfachste Verteidigung ist das Annähern des Königs an ein Feld vor dem Bauern. Sobald der König ein vom Läufer unangreifbares Feld vor dem Bauern erreicht und der Springer noch manövrieren kann, endet die Partie remis.

Beim Annähern an den Bauern muss der König darauf achten, dass er nicht vom Läufer abgesperrt wird.

Aufhalten des Bauern durch den Springer – Kontrolle eines Feldes vor dem Bauern

Bei einem Bauern auf der 6. Reihe kann die schwächere Seite versuchen zu verteidigen, indem sie mit dem Springer ein Feld vor dem Bauern kontrolliert. Hier kann der König den Springer unterstützen und decken.

Um das Vertreiben des Springers oder Zugzwang zu vermeiden, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Schachgebote durch den Springer

Damit der Springer nicht vertrieben wird, kann er Schachgebote gegen den gegnerischen König geben. Dabei manövriert der Springer meist zwischen zwei Feldern hin und her.

Um die Schachgebote zu verhindern, muss der gegnerische Läufer dem Springer die Felder für Schachgebote nehmen. Gelingt dies nicht und hat der Springer genug Felder zum Manövrieren, kann der Springer den Bauern erfolgreich aufhalten.

Aufgabenteilung zwischen König und Springer – Springeropfer

Alternativ zum Decken des Springers kann der Springer auch auf einem vom König angreifbaren Feld den Bauern kontrollieren, wenn der gegnerische König den Bauern zusätzlich angreift. Hier kann sich der Springer opfern, um den Bauern zu erhalten.

Gewinnplan – Zugzwang

Um zu gewinnen, gibt es für die Läuferpartei mehrere Methoden. Kontrolliert der Springer das Feld vor dem Bauern, kann eine Zugzwangsstellung herbeigeführt werden, in der sich der Springer entfernen muss.

Kann der Läufer dem gegnerischen König und dem Springer alle Felder zum Manövrieren nehmen, kann die Springerpartei in Zugzwang gebracht werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Bauer auf der 7. Reihe – Einsperren des Springers in der Ecke

Da der Springer gegen einen Bauern auf der 7. Reihe nur in der Ecke verteidigen kann, ist seine Manövrierfähigkeit eingeschränkt. Hier kann er vom gegnerischen König und Läufer leicht vertrieben bzw. abgetauscht werden. Auch das Einsperren in der Ecke ist möglich.

Ablenken des gegnerischen Königs – Läuferopfer

Um den gegnerischen König von der Unterstützung des Springers oder vom Angriff auf den Bauern zu hindern, kann der Läufer geopfert werden. Kann er auf einem Feld positioniert werden, auf dem er dem gegnerischen König alle notwendigen Felder nimmt, ist dieser gezwungen, den Läufer zu schlagen.

Abschneiden des gegnerischen Königs vom Springer

Eine weitere Möglichkeit für das Erreichen einer Zugzwangsstellung ist das Abschneiden des gegnerischen Königs vom Springer. Dafür positioniert sich der Läufer auf einer wichtigen Diagonale.

Kann der Läufer dem gegnerischen König alle notwendigen Felder nehmen, muss der Springer weichen.

Erreichen von Zugzwangsstellungen – Läufermanöver

Um den gegnerischen König und Springer erfolgreich in Zugzwang zu bringen, kann der Läufer verschiedene Manöver durchführen. Diese Manöver bestehen meist aus mehreren Zügen und beinhalten oft einen Wechsel der Läuferdiagonale.

Diese Methode kann verwendet werden, um das Abschneiden des Königs vom Springer zu erreichen.

Auch das Erreichen einer Zugzwangsstellung durch ein Läuferopfer kann angestrebt werden.

Bei einem Bauern auf der 7. Reihe kann der Springer sogar in der Ecke eingesperrt werden.

Bauer auf der 7. Reihe

Da der Springer gegen einen Bauern auf der 7. Reihe nur in der Ecke verteidigen kann, ist seine Manövrierfähigkeit extrem eingeschränkt. Hier kann er vom gegnerischen König und Läufer leicht vertrieben bzw. abgetauscht oder in der Ecke eingesperrt werden.

Awerbach: Hat der Bauer die vorletzte Reihe erreicht, gibt es in der Regel keine Rettung mehr.

Bauer auf der 6. Reihe

Bei einem Bauern auf der 6. Reihe muss der Bauer zwei Felder vorrücken, um zur Dame umgewandelt zu werden. Dabei kann der Springer versuchen, gegen den Bauern zu verteidigen.

Awerbach: Steht der Bauer noch auf der 6. Reihe, bieten sich der schwächeren Seite Remischancen.

Jedoch muss hier genau gespielt werden, da die schwächere Seite leicht in Zugzwang gebracht werden kann.

Nicht alle Verteidigungsmöglichkeiten führen in allen Positionen zum Erfolg.

Aufgabenteilung zwischen Springer und König

Der klassische Plan der Aufgabenteilung zwischen Springer und König durch das Aufhalten des Bauern durch den Springer und der Angriff auf den Bauern von hinten kann von der Läuferpartei in einigen Fällen durch Zugzwang verhindert werden.

Strebt hier der schwarze König das Feld b5 an, wird er vom weißen Läufer in Zugzwang gebracht.

Analyse

Die folgende Analyse aus dem Lehrbuch der Schachendspiele – Teil 1: zeigt das Erzeugen einer Zugzwangsstellung beim Aufhalten des Bauern durch Springer und König:

Awerbach – Diagramm 328a – Läufer gegen Springer  1-0

Verteidigen des Springers durch den König

Auch das Verteidigen des Springers mit dem König von hinten funktioniert nicht. Strebt der schwarze König das Feld d5 an, wird er vom gegnerischen Läufer vom Springer abgeschnitten.

Analyse

Die folgende Analyse aus dem Lehrbuch der Schachendspiele – Teil 1 zeigt den Gewinnweg:

Awerbach – Diagramm 328b – Läufer gegen Springer  1-0

Opfern des Springers – Aufhalten des Bauern durch den König

In dieser Stellung funktioniert jedoch eine kombinierte Methode aus dem Aufhalten des Bauern durch den Springer und der Verteidigung des Springers von der Seite. Da der schwarze König näher am Umwandlungsfeld steht, ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten.

Hier kann der Springer geopfert werden, um dem König das Annähern an den Bauern zu ermöglichen.

Analyse

Die folgende Analyse aus dem Lehrbuch der Schachendspiele – Teil 1 zeigt die Verteidigung:

Awerbach – Diagramm 328c – Läufer gegen Springer  ½-½

Bauer auf der 5. Reihe

Bei einem Bauern auf der 5. Reihe sind die Chancen größer, ein Remis zu erreichen. Der gegnerische König hat wesentlich mehr Möglichkeiten, zu versuchen, ein Feld vor dem Bauern zu erreichen.

Awerbach: Wichtig ist hier zu verhindern, dass der gegnerische König die Ecke erreicht.

Gewinnplan – Absperren des gegnerischen Königs

Um den gegnerischen König daran zu hindern, den Bauern zu erreichen, kann der Läufer mithilfe des Königs versuchen, den gegnerischen König abzusperren.

Durch die Absperrung können weder König noch Springer den Bauern sinnvoll erreichen.

Erreicht der Bauer die 7. Reihe, kann der Läufer den gegnerischen Springer in der Ecke einsperren.

Dabei muss jedoch noch auf Pattmöglichkeiten der schwächeren Seite geachtet werden.

Um diesen Möglichkeiten aus dem Weg zu gehen, kann der König hinter dem Bauern und der Läufer auf der Diagonale a5-d8 platziert werden.

Analyse

Die folgende Analyse zeigt Verteidigung und Gewinnweg bei dem Bauern auf der 5. Reihe:

Awerbach – Diagramm 329 – Läufer gegen Springer  1-0

Dokument – Trainingsmaterial

Das folgende Dokument enthält das Material zum Thema Randbauer.